Wie sieht Ihre Patenschaftspfeife aus?

Haben Sie sich schon gefragt, wie die Pfeife aussieht, die Sie als Patenschaft übernommen haben?

Nun, gerne würden wir Ihnen hier Fotos ganzer – Ihrer – Pfeifenreihen präsentieren, und eine dreidimensionale Darstellung, wo genau in der Orgel Ihre persönliche Pfeife steht. Noch ist aber die Orgel nicht zusammengebaut, es sind auch noch nicht alle Pfeifen fertig. Und der exakte Plan der Orgel ist auch noch in der Fertigstellung.

Ein Problem bei fotografischer Darstellung bliebe trotzdem: Jede der rund 2200 Pfeifen sieht nämlich leicht anders aus. Eine Darstellung oder ein Foto einer jeden Pfeife würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Damit Sie sich aber trotzdem schon mal vorweg ein Bild machen können, haben wir die Pfeifen nach übersichtlichen Pfeifentypen gruppiert. Und für ein Beispiel jeder dieser Pfeifentypen hat uns Orgelbauer Grenzing schon mal Fotos zur Verfügung gestellt. Also, machen Sie sich ein Bild…

 

 

Pfeifentyp1 Pfeifentyp 1: Gedeckte Holzpfeife

Solche Pfeifen bilden das weiche Grundgerüst des Klangs aller „Flöten“-Register, jedenfalls im tieferen Bereich

Da die Pfeifen einen Deckel haben, sind sie nur halb so lang wie offene Pfeifen sein müssten, um dieselbe Tonhöhe zu erzeugen.

Im Solowerk sind die Register „Gedackt 8′“ (= gedeckt) von C-H so gebaut. Allein schon aus Platzgründen hätte eine offene Pfeife dieser Tonhöhe (bzw. Tontiefe) gar keinen Platz. In der bisherigen Orgel waren ähnliche Pfeifen im Rückpositiv-Kasten an der Decke montiert.

Im Hauptwerk sehen die Register „Bourdun 16′ “  in den tiefen Tönen C-h3, sowie die „Rohrflöte 8′ “ vom C-h2 so aus.

Auch das „Bordun 8′ “ im Schwellwerk ist in den tiefen Tönen C-H wie diese Pfeife.

(Siehe Pfeifentypen 3 und 5 unten für die hohen Töne der Flötenregister)

 

 

 

Pfeifentyp2 Pfeifentyp 2: Prinzipalpfeife

Von mittlerer Breite („Mensur“), sind die Prinzipalpfeifen die kräftigsten Register einer jeden Orgel und bilden das Rückgrat des vollen Klangs. Sie sind in verschiedenen Tonhöhen überall vertreten. Prinzipalpfeifen stehen auch zumeist im „Prospekt“ der Orgel, d.h. sind von außen direkt sichtbar.

Bei uns in der neuen Grenzing-Orgel:

Im Solowerk:  Prinzipal 4′, Traverse 2′, sowie jeweils in zweifacher Ausführung pro Ton im „Sesquialtera II“ (bestehend aus Quinte und Sext zum gespielten Grundton, gibt Farbe)

Im Hauptwerk: Prinzipal 8′, Octave 4′ Quinte 2’2/3, Octave 2′ sowie in vierfacher Stärke in der Mixtur 1’1/3.

Im Schwellwerk: Geigenprinzipal 8′ sowie Plein jeu 2′; Ein Geigenprizipal ist eher eng geschnitten (in Richtung der „Streicher“, sieh Typ 4 unten)

Im Pedal: Prinzipal 16′, Octavbass 8′ sowie Octave 4′  . Der Octavbass 8′ ist im Pedal ist als „Auszug“ aus dem Prinzipal 16′ vorgesehen. D.h. die tiefen Töne des Octavbass 8′ im Pedal haben keine eigenen Pfeifen, sondern werden von den höheren Pfeifen des Prinzipal 16′ gespielt, die ja im wesentlichen baugleich sind.

 

 

Pfeifentyp3Pfeifentyp 3: Gedeckte Flöte

Diese Metallpfeife hat einen verstellbaren Hut (=gedeckt). Im Vergleich zu den Prinzipalpfeifen ist sie breiter, und hat einen weicheren Klang.

Solche Pfeifen werden in den höhreren Lagen der Flötenregister verwendet:

Im Solowerk sind die Register „Gedackt 8′“ (= gedeckt) ab dem Ton c so gebaut. Im Hauptwerk die Register „Bourdun 16′ “  ab c2 , sowie die „Rohrflöte 8′ “ ab c3.

Das „Bordun 8′ “ im Schwellwerk ist in den hohen Tönen ab c wie diese Pfeife

 

 

 

 

 

 

Pfeifentyp4 Pfeifentyp 4: „Streicher“

Eine vergleichsweise sehr schmale Pfeife mit einem eher „streichenden“ Klang – deshalb der Name solcher sehr weichen Register: „Streicher“.

In der Großhansdorfer Orgel die Gamba 8′ im Hauptwerk, und im Schwellwerk das Salicional 8′, Voix Celeste 8′ sowie Fugara 4′ .

Eine Gambe hat einen eher scharf streichenden Ton.

Die Voix Celeste ist meist leicht höher gestimmt, und ergibt dann mit anderen Registern zusammen einen schwebenden Ton – eine „himmlische Stimme“.

Die Fugara ist klanglich zwischen einer Gambe und einem (engen) Geigenprinzipal.

 

 

 

 

 

Pfeifentyp5 Pfeifentyp 5: Gedeckte Rohrflöte

Diese gedeckte mittelbreite Pfeife hat ein Röhrchen im Hut, deshalb der Name „Rohrflöte“. Das Röhrchen bewirkt eine charakteristische Aufhellung des Klangs.

Bei uns sehen so die höheren Pfeifen der „Rohrflöte 8′ “ im Hauptwerk aus. Die tieferen Lagen sind aus Holz gebaut, ähnlich der oben erwähnten Holzpfeifen des „Typs 1“

 

 

 

 

 

 

 

Pfeifentyp6 Pfeifentyp 6: Spitzflöte

Diese Flöte läuft nach oben konisch zu. Bei uns im Hauptwerk „Spitzflöte 4′ “ zu finden.

Der Ton ist hell, aber nicht zu stark.

 

 

 

 

 

 

 

Pfeifentyp6b Pfeifentyp 6b:  obertönige Flöten

Traversflöte 4′, Flageolet 2′ sowie das dreifache Cornettino 2’2/3 im Schwellwerk hat solche, sehr obertonreiche Flöten.

Der sehr obertonreiche Klang solcher Flöten kommt vom „Überblasen“ . Ein stark vereinfachter Vergleich wäre der Klang einer Querflöte im Vergleich zu einer Blockflöte.

Das Klang des sehr weit (breit) geschnittenen Cornettino III ist hornartig, rund und füllend.  Im Gegensatz zu einer „Mixtur“, die aus Prinzipalpfeifen besteht, bildet ein Cornettino keine sogenannte „Klangkrone“, sondern bringt eher Farbe ins Spiel.

 

 

 

 

 

Pfeifentyp7  Pfeifentyp 7:  Oboe

Diese Pfeife hat eine „Zunge“, die schwingt, einen engen Hals und einen zusätzlichen Trichter an der Spitze, der meist noch teilgedeckt ist

Der aus der Pfeife in der Mitte herausragende Stab ist zum Stimmen der Zunge.

Eine Oboe 8′ ist eine weiche Zungenstimme, die in Großhansdorf im Schwellwerk eingebaut wird.

 

 

 

 

 

 

Pfeifentyp8 Pfeifentyp 8: Trompete

Diese Pfeife hat ebenfalls eine „Zunge“, die schwingt.

Zungenstimmen sind zumeist an ihrem – im Vergleich zu Labialpfeifen eher „schnarrenden“ Ton zu erkennen. Trompetenpfeifen sind kräftiger als die oben erwähnte Oboe, haben einen schmetternden, lauten Klang.

Unsere Orgel enthält solche Pfeifen im Hauptwerk als Trompete 8′, im Schwellwerk als weichere „Trompette Harmonique 8′“, und im Pedal als kräftige tiefe Posaune 16′ . Im Pedal ist eine Trompete 8′ als Auszug aus der Posaune vorgesehen. D.h. die tiefen Töne der Trompete 8′ im Pedal haben keine eigenen Pfeifen, sondern werden von den höheren Pfeifen der Posaune gespielt, die ja im wesentlichen baugleich ist.

 

 

 

 

Pfeifentyp9 Pfeifentyp 9:    Vox Humana.

Dieses Zungenregister ist so konstruiert, dass es an den Klang einer singenden menschlichen Stimme erinnern soll.

Ist als 8′ – Register im Solowerk enthalten.