Unerschöpfliche Kreativität an der Grenzing-Orgel – Thomas Ospital mit einem Spiel von geschmeidig-eleganter Virtuosität

Der Kirchenmusiker und Kantor der Auferstehungskirche Clemens Rasch (links) im Gespräch mit dem Orgelvirtuosen Thomas Ospital. Foto:M.Pantelmann

Die Großhansdorfer Orgelwochen gehören zu den Sternstunden im heimischen Kulturleben. Nach dem ersten umjubelten Orgelkonzert des Spaniers Juan de la Rubia war jetzt Thomas Ospital aus Frankreich zu Gast und bot in höchster Virtuosität auf der Grenzig-Orgel ein Wechselbad von harmonischen und dynamisch-spannenden Klangballungen.

Ein Klangmagier, der nicht allein mit den Ohren zu verfolgen war: Die faszinierende Spieltechnik von Händen und Füßen konnte das Publikum in der gut besuchten Auferstehungskirche durch die Übertragung auf große Leinwände im Altarraum betrachten. „Wahnsinn“, war über sein Spiel aus dem Publikum zu hören. Ospital entfaltete unvorstellbar viele Farben und Klangschattierungen. Sei es beim „Präludium mit der Fuge a-moll“ oder der „Triosonate Nr. 2“ von Johann Sebastian Bach oder als voluminösen Kontrast dazu Mozarts „Fantasie f-moll“. Ebenso technisch glänzend folgte von César Franck „Cantabile“ mit schwebender Leichtigkeit, danach „Naïades Nr. 4“ von Louis Vierne, bevor von Jean Guillou die „Toccata“ mit fast akrobatischer Spieltechnik und einer alles übertreffenden Klangentfaltung zu hören war. „Ein virtuoses Stück mit viel Rhythmik und den Einflüssen von Igor Strawinski und Sergei Prokofjew“, kündigte der erst 27-jährige Organist mit steiler Karriere im Gespräch mit dem Kirchenmusiker der Auferstehungskirche Clemens Rasch zuvor an.

Zum Schluss stand eine Improvisation über einen Lutherchoral auf dem Programm, den die Besucher per Handzeichen vor Konzertbeginn auswählen durften: „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Auch hier brachte Thomas Ospital als Improvisationskünstler seine musikalische Handschrift zum Ausdruck. Dabei hat der außergewöhnlich begabte Organist eigentlich ganz zufällig seine Leidenschaft für die Orgel entdeckt. „Ich war als Junge sehr undiszipliniert“, sagte er. „Und das hat sich bis heute nicht geändert.“ Damit der Chor, in dem sein Vater sang, durch ihn nicht ständig gestört wurde, habe er als Kind an der Orgel „herumspielen“ dürfen. „Seitdem konnte ich sie nicht mehr loslassen“, fügte er hinzu. Er freue sich, in dieser Kirche „auf einem so schönen Instrument“ spielen zu dürfen.

Mit begeistertem Applaus und Standing Ovations dankten die Besucher für eine künstlerische Leistung auf allen Ebenen. Nach dem Konzert wurde zum Umtrunk mit landestypischen Spezialitäten geladen, sodass es Gelegenheit gab, noch lange über das Konzert ins Gespräch zu kommen – auch mit dem Künstler.

 

 

Thomas Ospital dankte auf der Empore nach seinem herausragenden Orgelkonzert für den jubelnden Applaus. Foto:M.Pantelmann

Die Orgelwochen an der Grenzing-Orgel mit dem strahlenden Klang gehen weiter am Sonnabend, 18. November um 18 Uhr mit Clemens Rasch an der Orgel sowie am 25. November um 18 Uhr mit Christian Kampmann Larsen, der ebenfalls mit internationaler Konzerttätigkeit auf sich aufmerksam macht. Weitere Infos unter: www.orgelfürgroßhansdorf.de

Margret Pantelmann
Wir danken der Autorin für die Erlaubnis zur Veröffentlichung an dieser Stelle.