„Und weil die Musik so wichtig ist, brauchen wir Orgeln.“

 Schirmherr John Neumeier und Bischöfin Kirsten Fehrs zu Gast in der Auferstehungskirche

Am 9. Dezember 2013 trafen sich die Bischöfin Kirsten Fehrs und der Hamburger Ballettintendant und Schirmherr des Vereins „Eine Orgel für Großhansdorf“ John Neumeier zu einem Gespräch in der Auferstehungskirche. Einen Abend zuvor hatte die Premiere des von Neumeier choreographierten Balletts des Bachschen Weihnachtsoratoriums I-VI in der Staatsoper stattgefunden.

Die frischen Eindrücke der Aufführung standen im Mittelpunkt des Gesprächs. Filmmitschnitte wurden gezeigt und vermittelten dem Publikum einen eigenen Eindruck der Premiere. Moderiert von Uwe Michelsen, ehemaliger Leiter der Abteilung Religion und Kirche beim NDR-Fernsehen, berichtete Neumeier über seine Arbeit – der Umsetzung der Weihnachtsgeschichte als Ballett. Die Bischöfin, die ebenfalls am Abend zuvor in der Staatsoper war, schilderte überzeugend, welch starke Wirkung die Aufführung auf sie hatte. “Es ist eine Sprache von Liebe, Zärtlichkeit, Glück, Freude und Schmerz! Ich hatte das Gefühl, das Oratorium ganz neu zu erleben”.

Mit zwei Altarien aus dem Weihnachtsoratorium steuerte Altistin Christa Bonhoff einen hörenswerten musikalischen Beitrag bei. Sie wurde von Mitgliedern des Großhansdorfer Kammerorchesters unter Leitung von Clemens Rasch begleitet. Die Gesprächspartner versäumten jedoch nicht, auf den eigentlichen Anlass ihres Kommens hinzuweisen. John Neumeier betonte, er habe stets höchste Ansprüche an die Qualität dessen, was er anpackt. In diesem Zusammenhang sehe er auch in seiner Schirmherrschaft für die Orgel der Auferstehungskirche die Möglichkeit, ein überaus qualitätsvolles Projekt zu unterstützen. Neumeier, der sich als Christ und Tänzer bezeichnet, betonte: ”Kultur und Musik gehören überall hin, in Opern, Theater, sowie Kirchen, egal ob klein oder groß.” Aus diesem Grunde rief er das Publikum auf, für die Erneuerung der Orgel zu spenden: “Wenn man als Mensch etwas dazu beitragen kann, und die Orgel in 500 Jahren noch dasteht, kann man dankbar sein, etwas dafür getan zu haben. Bitte seien Sie großzügig, um nicht nur etwas für uns, sondern auch für die Zukunft etwas zu tun.”
Kirsten Fehrs beschrieb die intensive Wirkung des Tanzes im Einklang mit der Musik Bachs, als ein neues Erleben der Weihnachtsgeschichte. “Und weil dabei auch die Musik so wichtig ist, brauchen wir Orgeln,” beschloss sie ihren Aufruf an das Publikum, das Orgelprojekt zu unterstützen.

Im Anschluss an das Gespräch fanden sich zahlreiche der über 400 Zuhörer im Seitenschiff ein, um sich über das Gehörte und Gesehene auszutauschen und je nach Geschmack mit einem Neumeierwein oder einem Orgelwein auf den gelungenen Abend anzustoßen.

Der Verein “Eine Orgel für Großhansdorf” konnte nicht zuletzt aufgrund dieser beieindruckenden Veranstaltung das Spendenbarometer zum Jahreswechsel auf 470.000 Euro hochsetzen. Damit auch im Jahr 2014 weiterhin möglichst zahlreiche Spenden eingehen, stehen einige verlockende Veranstaltungen auf dem Programm. Ein Abschiedskonzert oder-gottesdienst anläßlich des Orgelabbaus Anfang Juli, sowie eine weitere Orgelfahrt zu hörens- und sehenswerten Orgel in Norddeutschland sind geplant. Auch ist vorgesehen, dieses Jahr wiederholt ein Wunschkonzert, ähnlich wie es im vergangenen August stattfand, auszurichten. Daneben wird es zahlreiche kleine und größere Anlässe geben, bei denen Schönes erlebt und gehört werden kann, mit dem Ziel der Verwirklichung der neuen Orgel näher zu kommen.

Kerstin Maywald. Fotos: OfG