Standing Ovations für Juan de la Rubia

„Da fehlen einem die Worte“ oder „etwas Vergleichbares habe ich bisher noch nicht gehört“ und „war das wirklich unsere Orgel?“ – Dies waren die ersten Aussagen  begeisterter Zuhörer des 1. Orgelkonzerts von Juan de la Rubia. Bereits im Vorwege war angekündigt worden „in diesem Jahr werden berühmte internationale Organisten und –Virtuosen sich den vielen Nuancen und Möglichkeiten der Grenzing-Orgel stellen und das breite Klangspektrum der Orgelmusik für alle Zuschauer zum Erlebnis werden lassen.“

Das erste Zeugnis dieser Vorausschau wurde von Juan de la Rubia abgelegt. Wie wunderbar war es, dem anspruchsvollen Programm zu lauschen von einem mit italienischem Flair Concerto d-moll (nach Vivaldi) von J.S. Bach, gefolgt von 3 Variationen über Kühe von A. de Cabezón, einem spanischen Komponisten vor Bach, der sich gern der Technik des Cantus firmus bedient, um wieder zu Bach mit Choralvorspielen –Allein Gott in der Höh sei Ehr, – Bach g-Moll Fuge und – Erbarme dich meiner o Herre Gott fortzufahren.

Es folgte die Hymne au Soleil op. 53 Nr. 3 von Louis Vierne, einem französischen Klassiker (1870 – 1939), Schüler von César Franck und danach von Charles-Marie Widor. Er wird gerne von Organisten gespielt. Auch der Komponist des folgenden Stücks Ch. Tournemine (1870 – 1939) war Schüler von César Franck und Widor. Die gespielte Choral-Improvisation über Victimae Paschali gibt Zeugnis von ungeheurer technischer Schwierigkeit dieses Werkes.

Die von de la Rubia zuletzt gespielten eigenen Improvisationen über Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ über beide Leinwände parallel zu dem Klang zu erleben, hielt die Zuhörer anschließend nicht mehr auf den Plätzen. Welch ein graziler Körpereinsatz als Ausdruck innerster Beteiligung und Erarbeitung jedes einzelnen Tons mit teilweise akrobatischen Fingergriffen über 3 Manuale waren für Auge und Ohr ein Hochgenuss. Viele bemerkten dass er bis auf ein Stück das gesamte Konzert auswendig spielte.

Langanhaltender Beifall als Standing  Ovations war der Lohn. Anschließende Gespräche auch mit dem Künstler bei Serrano- und Käse-Häppchen und Cava rundeten diesen erlebnisreichen Abend ab.

Dirk-Peter Hermann