Rückblick: Die 2. Großhansdorfer Orgelwochen

Orgelwochen2016-1Die 2. Großhansdorfer Orgelwochen im November 2016 gestalteten sich – wie auf der Homepage „Orgelfürgroßhansdorf“ bereits angekündigt -wahrhaftig spannend. Jedes Wochenende hatten die zahlreichen Besucher mit den Ohren und Augen durch Videoübertragung auf zwei Leinwände Gelegenheit, das Orgelspiel auf der neuen Grenzing-Orgel zu erleben. Es waren außergewöhnliche Organisten mit herausfordernden Musik-Angeboten, die uns die Kostbarkeit der klanglichen Vielfalt unserer Orgel zu Gehör brachten.

Der erste Konzert-Abend wurde von der mit besonderem Einfühlungsvermögen gestaltenden, international auftretenden Prof. Elisabeth Ullmann dargeboten. Von D. Buxtehude, J.S. Bach, N.W. Gade und F.-A. Guilmant wurden Kompositionen aus 3 Jahrhunderten gespielt. Hier sei erwähnt, daß wir es Frau Ullmann mit zu verdanken haben, diese Grenzing-Orgel in unserer Kirche zu wissen. Clemens Rasch hatte ursprünglich zusammen mit KMD (Kirchenmusikdirektor) Hans-Martin Petersen diese Künstlerin in der Nähe Wiens besucht, da ihnen bekannt war, in ihrem Ort eine Grenzing-Orgel zu finden. Hier wuchs die Liebe zu diesem speziellen Klang. Der Verein „Eine Orgel für Großhansdorf“ freute sich sehr über den dänischen Besuch des Organisten Christian Kampmann Larsen und dem ehemaligen Bürgermeister der seeländischen Stadt Næstved, Henning Jensen. In der Næstveder St. Peders Kirke wurde im April 2016 ebenfalls eine von Firma Grenzing restaurierte Orgel geweiht, so dass beiderseitiges Interesse an den überaus klangvollen Instrumenten und den auf ihnen dargebotenen Programmen besteht.

Orgelwochen2016-2Das 2. Konzert gestaltete Prof. Eberhard Lauer, der am Tag selbst aus Fürth angereist war. Eberhard Lauer ist KMD an der Domkirche St. Marien zu Hamburg und Orgelprofessor an der Musikhochschule in Lübeck. Sein Spiel begann mit J.S. Bach „Meine Seele erhebet den Herren“. Danach wurden die Zuhörer mit eigenen Improvisationen zu Gedichten aus dem Marienleben von Rainer Maria Rilke überrascht. Die ausgewählten Gedicht-Texte wurden von der uns bekannten Schauspielerin Silja von Kriegstein von der Kanzel herab eindrucksvoll vorgetragen. Die nicht immer eingängigen Rilke-Texte wurden durch beeindruckende Improvisationen ergänzt, die zu Nachdenklichkeit anregten.

Orgelwochen2016---3Eine besondere Kostbarkeit wurde mit dem 3. Orgel-Konzert geboten. Der international gefeierte Pädagoge und Interpret Prof. Jürgen Essl präsentierte Orgel-Improvisationen zu dem bewegenden Stummfilm „Der müde Tod“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1921, in der 2015 durch die Murnau-Stiftung restaurierten Version. Die leider nicht sehr zahlreichen Besucher waren sehr beeindruckt von diesem besonderen Kulturangebot. Die von Jürgen Essl dargebotenen Improvisationen zogen Zuhörer und Betrachter über mehr als 1 ½ Stunden einfühlsam in ihren Bann.

Den Abschluß der 4 Orgel-Konzerte bildete der Abend mit unserem Organisten und Kantor Clemens Rasch. Die Programmauswahl war gekennzeichnet durch Kompositionen um das Thema „Nun komm der Heiden Heiland“, dies zweimal von J.S. Bach, M. Dupré und M. Reger. Neben diesen sehr harmonischen Kompositionen – selbst die von M. Reger – bot Clemens Rasch mit „Rascacielos“ seines Orgel-Lehrers E.-U. von Kameke ein technisch äußerst schwieriges Werk, das alle Anforderungen an spielerisches Können wie körperlichen Einsatz stellte. Dank der Video-Übertragung wurden sich die Besucher bewußt, welche körperliche Anstrengung für Hände und Füße eine derartige Komposition fordert.

Allen Besuchern war zu jedem Konzert die Möglichkeit gegeben, die Künstler im Anschluß an die Konzerte persönlich bei einem Umtrunk im Kirchen-Seitenschiff kennenzulernen. Dies wurde von vielen gerne wahrgenommen. Es wurde viel gefragt und es war viel Interessantes aus der Musikwelt von erster Hand zu erfahren.

Großhansdorf freut sich auf die 3. Großhansdorfer Orgelwochen im November 2017!

 

Dirk P. Hermann, Jan. 2017