Orgelwochen dieses Jahr mit Bach und Liszt als Schwerpunkt für Musiker von internationalem Rang

Klaviatur-für-web-(c)-BestIn diesem Jahr haben wir wieder Musiker von internationalem Rang zu Gast. Allen Konzerten gemein ist, dass jeweils ein „großer Bach“ erklingt. Die C-Dur-Toccata und die h-moll-Flötensonate sind zwischen 1 71 7 und 1 723 entstanden, als Bach Hofkapellmeister des Fürsten von Anhalt-Köthen war. Präludium und Fuge e-moll und Es-Dur sind Spätwerke aus Bachs Leipziger Zeit.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konzerte sind Kompositionen aus dem Umfeld von Franz Liszt. Nach dem Tode J.S. Bachs war das Interesse der führenden Komponisten an der Orgel geschwunden. Erst Mendelssohn und Liszt komponierten wieder für die Orgel. Liszt weiß die ganze Pracht der Orgel zur Darstellung zu bringen. Ohne den Einfluss seiner Orgelwerke wären die französische Orgelsymphonik und die deutsche Spätromantik eines Max Reger nicht vorstellbar. Unmittelbar beeinflusst von Liszt sind die Werke von A.G. Ritter und Gustav Merkel. Ritter wirkte in Listzs Weimarer Zeit als Domorganist in Merseburg und Magdeburg in dessen Umfeld. Seine a-moll-Sonate ist Franz Liszt gewidmet. Auch Gustav Merkel wurde von Franz Liszt geprägt.

Seine Orgelsonate für zwei Orgelspieler bietet aber nicht nur Hörgenuss. Dank der Videoübertragung des Konzertes auf die Leinwände können sie verfolgen, wie die Künstler alle vier Hände und Füße „voll zu tun“ haben.

In dem Konzert von Claus Bantzer und Fiete Felsch wird die Musik Bachs nicht mit der Musik der Orgelromantik kombiniert, sondern in Richtung Jazz und Improvisation geöffnet. Unsere Grenzing-Orgel ist durch ihre vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten in besonderere Weise für ein derartiges Crossover-Projekt geeignet.

Hier eine Vorschau auf das Programm und die Künstler der vier Orgelkonzerte, die Teil der 4. Großhansdorfer Orgelwochen sind:

 

Sonnabend, 3. November, 18 Uhr: Matthias Eisenberg 

J. S. Bach (1685-1750):
Präludium und Fuge e-maoll BWV 548
Triosonate G-Dur BWV 530
„Schmücke dich, o liebe Seele“ BWV 654
„Allein Gott in der Höh sei Ehr“ BWV 663
„Nun danket alle Gott“ BWV 657

Franz Liszt  (1811-1886): 
Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“

M. Eisenberg (*1956):
Improvisation

Matthias Eisenberg wurde 1956 in Dresden geboren. Er studierte in Leipzig an der Hochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ bei Wolfgang Schetelich. Eisenberg war Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe. 1980 wurde er als Gewandhausorganist zu Leipzig verpflichtet, wo er gleichzeitig Cembalist des Leipziger Bachorchesters war. 1986 erfolgte die Übersiedlung in den Westen. Nach kirchenmusikalischer Tätigkeit in Frankfurt/M. und Hannover war er von 1992 bis 2004 Kirchenmusiker an St. Severin in Keitum / Sylt, danach bis 2013 in Zwickau. Ende 2012 verzog Eisenberg nach Straupitz im Spreewald. Eisenberg konzertiert weltweit als Organist und Cembalist, und er spielte zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen ein. Konzertreisen führten ihn in viele europäische Länder, die USA, nach Kanada, Lateinamerika, Indien, Russland und Fernost. Auf der Grundlage seines umfassenden, jederzeit abrufbereiten Repertoires hat er sich eine für einen Organisten ungewöhnliche Popularität erspielt. Zudem gilt er als Meister der freien Improvisation. Im Jahre 2003 wurde Matthias Eisenberg zum Professor und Kirchenmusikdirektor ernannt.

 

 

Sonnabend, 10. November, 18 Uhr: Claus Bantzer und Fiete Felsch 

J. S. Bach (1685-1750):
Sonate h-moll für Querflöte und Orgel
BWV 1030

Thelonious Sphere Monk (1917-1982)
div. Kompositionen

Claus Bantzer und Fiete Felsch :
freie Improvisationen

Claus Bantzer (*1942) studierte Klavier, Orgel und Dirigieren in Frankfurt/M. und in Hamburg bei Heinz Wunderlich. Er war dessen Assistent an St. Jacobi. Von 1975 bis 2008 war Bantzer Kirchenmusikdirektor an St. Johannis Harvestehude. Er arbeitete dabei unter anderem mit dem Choreographen John Neumeier, dem Schriftsteller Hamid Skif und Jazzmusikern wie Leszek Zadlo oder Warnfried Altmann zusammen. Er leitete die Kantorei St. Johannis sowie den Harvestehuder Kammerchor. Als Dirigent arbeitet Bantzer mit der Hamburger Camerata zusammen. Außerdem komponierte er Filmmusik zu Filmen von Doris Dörrie.
Fiete Felsch (*1967) studierte bei Herb Geller in Hamburg Saxofon. Ab 1989 war er Stipendiat an der University of North Texas. 1995 wurde er Erster Altsaxofonist der NDR Bigband. Neben der Zusammenarbeit mit Musikern wie Al Jarreau, George Gruntz, Albert Mangelsdorff oder Nils Landgren trat er als klassischer Saxofonsolist auf. Seit 1999 ist Felsch Professor für Saxofon und Improvisation in Hamburg.

 

 

Sonnabend, 17. November, 18 Uhr: Beatrice-Maria Weinberger und Gerhard Weinberger 

G.F. Händel (1685-1759):
Präludium und Fuge C-Dur
(vierhändige Bearbeitung von John Marsh, 1752-1828)

J. S. Bach (1685-1750):
Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564

Naji Hakim (*1955):
Rhapsody for Organ Duo

Robert Cundick (1925-2016):
Three pieces for Organ Duet

Jehan Alain (1911-1940):
Litanies

Gustav Merkel (1827-1885):
Sonate d-Moll op.30 für zwei Spieler

Gerhard Weinberger (geb. 1948), Hochschulprofessor, Konzertorganist und Herausgeber zahlreicher Editionen, zählt zu den profiliertesten Organisten der Gegenwart. Er studierte in München Orgel bei Prof. Franz Lehrndorfer sowie Kirchen- und Schulmusik. 1971 war er Preisträger im Fach Orgel beim ARD-Wettbewerb. 1974 wurde an die Hochschule für Musik in München berufen, ab 1977 als Professor für Orgel. Von 1983 – 2011 hatte er die ordentliche Professur für Orgel an der Musikhochschule Detmold inne. 2017 wurde ihm für seine künstlerischen, wissen-schaftlichen und pädagogischen Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Beatrice-Maria Weinberger studierte ebenfalls bei Prof. Lehrndorfer Orgel sowie Kirchen- und Schulmusik. 1989 legte sie das A-Examen in Kirchenmusik und anschließend das Meisterklassen-diplom ab. Seit 1988 ist sie Organistin und Chorleiterin in der Stadtpfarrei St. Philippus in München. Daneben übt sie eine rege internationale Konzerttätigkeit aus – sowohl als Solistin als auch als Duo-Partnerin ihres Mannes bei Konzerten mit vierhändiger Orgelmusik. Mehrere Komponisten schrieben für das Orgelduo Weinberger Orgelwerke, die von ihm uraufgeführt wurden.

 

 

 

Sonnabend, 24. November, 18 Uhr: Clemens Rasch

D. Buxtehude (1637-1707):
Präludium, Fuge und Ciaconna C-Dur

Georg Böhm (1661-1733):
„Vater unser im Himmelreich“

J. S. Bach (1685-1750):
Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552

R. Schumann (1810-1856):
Studien in kanonischer Form op. 56

E.-U. von Kameke (*1926):
Partita über den Choral „Christus, der einig Gotts Sohn“

A. G. Ritter (1811-1885):
Sonate Nr. 3 a-moll

 

Clemens-neues-Foto-für-WebClemens Rasch ist Rechtsanwalt und Kirchenmusiker. Nach dem Abitur in Kamen/Westf. studierte er Rechtswissenschaft in Hamburg. Gleichzeitig trat er als Privatschüler in die Orgelklasse von Prof. Ernst-Ulrich von Kameke ein. Er war Mitglied des Hamburger Bachchors und des Collegium musicum St. Petri und war regelmäßiger Klavierbegleiter der Violinklasse von Prof. Michael Goldstein.
Nach Abschluss des Jurastudiums schloss sich das Kirchenmusikstudium in Lübeck an, in dem er u.a. bei Martin Haselböck (Orgel), Uwe Röhl (Improvisation) und Hans Gebhard (Chorleitung) studierte. Seit 1988 ist Clemens Rasch Kantor und Organist der Auferstehungskirche Großhansdorf. 1991 übernahm er interimistisch die Leitung des Hamburger Bachchors St. Petri. Seit 1995 ist Clemens Rasch Rechtsanwalt. In der Zeit von 1997 bis 2003 war er Justitiar der Verbände der deutschen Musikindustrie. 2003 gründete er eine auf Musikrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei und übernahm die Geschäftsführung der proMedia Gesellschaft zum Schutz geistigen Eigentums mbH in Hamburg.

 

Karten für die Konzerte (€15) gibt es an der Abendkasse.