Welche Pfeifen soll ich wählen?

Jede der 2174 Pfeifen ist anders, aber alle gleichermaßen unverzichtbar

In der neuen Orgel stehen 2174 Pfeifen verschiedenster Größe und Bauart. Die größten haben eine Länge von über 5 Metern, die kleinsten sind nur wenige Zentimeter lang.  Manche sind aus Holz, die meisten aus Metall gebaut.  Sie sind zylindrisch, konisch, offen oder gedeckt.  Manche klingen wie zarte Streicher, manche sind schnarrende Zungenstimmen, manche hell und klar, andere sacht und solide.

Jede der Pfeifen ist gleich wichtig, um dem Orgelklang Kraft, Glanz und Farbe zu verleihen.  Jede ist unverzichtbar und trägt das ihre zur gewaltigen Klangfülle der „Königin der Instrumente“ bei.

Menschen mit Humor heben einen anderen Aspekt heraus: „Die neue Orgel der Auferstehungskirche in Großhansdorf soll ein klingendes Abbild der ganzen Gemeinde, ja des ganzen Ortes werden. Denn sie ist eine Gemeinschaft von großen, kleinen, schlanken, gewichtigen, lauten und leisen Pfeifen.“

Sie haben viele Möglichkeiten, sich für eine oder mehrere Pfeifen zu entscheiden. Wir stellen Ihnen am besten einige Pfeifenformen und Registernamen vor. Dann fällt es Ihnen leichter, sich zu entscheiden.

Die „Chefs“ der Orgel: die Prinzipale

Sie stehen auch bei uns ganz vorne und sind die, die in jedem Werk den Ton angeben.  Ihr Klang ist warm, rund, aber kräftig. Sie sind das klangliche Fundament einer Orgel.  Kleinere Prinzipale werden oft auch Oktave genannt.

Die Riesen: Die tiefen Pedalpfeifen

Wenn die tiefen 16′ (Sprich „16 Fuß“) Pedalpfeifen zugeschaltet sind, können wir den Klang ebenso spüren wie hören.  Diese Pfeifen sind bis zu 5m lang (eben 16 Fuß lang). Ihr Klang ist satt, lang, aber auch düster.

Die Instrumente: Trompete, Posaune und Streicher

Andere Instrumente nachzuahmen, war schon immer ein beliebtes Ziel im Orgelbau. Deshalb heißen viele Register wie Orchesterinstrumente. Bei unserer neuen Orgel sind dies Blasinstrumente wie Trompete, Posaune, Oboe oder Traversflöte, aber sogar Streichinstrumente wie die Gambe.  Auch das Salicional und das Fugara werden wegen ihres streichenden Klangs als Streicher bezeichnet.

Die Farbigen: Aliquotstimmen

Bei jedem Ton klingen Obertöne mit, die den Klang bestimmen. Aber manchmal sind diese bei der Orgel sogar absichtlich verstärkt:  Sie spielen ein C und es erklingt ein E:  Viele Pfeifen klingen anders als der Ton, den der Organist gerade spielt. Sie verleihen im Zusammenspiel mehrerer Register dem Ton eine einzigartige Klangfarbe.  Der Name der Register gibt oft den Ton an, wie z.B.  Quinte. Auch der Sesquialter  heißt übersetzt Quinte („anderthalb“) – bei uns ein Zweifachregister aus Quinte und Terz.

Vier auf einen Streich: Die Mixturen

Sie sind der Glanzfaktor der Orgel und werden auch die Klangkrone der Orgel genannt. Sie strahlen und füllen den Orgelklang hell auf. Leuchtend bilden sie die Klangkrone und geben der Orgel Fülle. Dabei können beim Drücken einer Taste bei uns bis zu vier kleine Pfeifen erklingen.  Wenn diese zugeschaltet werden, ist dies unüberhörbar.  Die kleinsten Pfeifen der Orgel, so kurz und schmal wie ein Stift, finden sich in der IV-fach Mixtur  im Hauptwerk sowie in der „Plein jeu“ genannten Mixtur im Schwellwerk.

Die Außergewöhnlichen: Voix celeste und Vox humana

Die Voix celeste („himmlische Stimme“) ist ein Register, das absichtlich schwebend „verstimmt“ ist und einen himmlischen, sphärisch zarten Klang ergibt. Die Vox humana ahmt die menschliche Stimmen nach.

Die Sanften: Gedackt

Oben haben diese Pfeifen einen Deckel. Das macht ihren Klang sanft und rund. Sie werden deshalb bei der Begleitung von Gesang und Soloinstrumenten häufig eingesetzt. Sie heißen bei uns Gedackt, Bordun oder – etwas tiefer – Subbass.

Die Sichtbaren: Prospektpfeifen

Die Pfeifen, die vom Kirchenschiff aus sichtbar sind, nennt man Prospektpfeifen. Bei uns sind dies die tiefsten Pfeifen der Prinzipale im Haupt- und Solowerk, und der Subbass im Pedal.

 

Ein paar Tipps für’s Kombinieren von Pfeifen

Wer die Wahl hat, hat die Qual – hier noch ein paar Tipps, wie Sie mehrere Pfeifenpatenschaften kombinieren können:

    • Nehmen Sie Ihre Initialen, wenn diese Töne vorhanden sind

 

    • Wählen Sie die ersten Töne Ihres Lieblingsliedes, z.B. e,f,g,a:  

 

    • Wählen Sie die Töne von einem Liturgie-Lied – das wird sicher bei jedem Gottesdienst gespielt. z.B. „Amen“; Sie brauchen nur drei Töne g,a,fis (möglich in verschiedenen Registern)

 

    • Wählen Sie einen Ton aus einem Merhfachregister (Mixtur, Sesquialter, Plein jeu) – hier sind für einen Ton 2 bis 4 Pfeifen enthalten

 

    • Etwas, ohne das der Organist nicht spielen kann: Übernehmen Sie eine Patenschaft für eines der drei Manuale oder das Pedal

 

    • Etwas, das Sie sofort identifizieren können: Tremulanten für das Schwellwerk oder das Solowerk; Schweller, der auf- und zugemacht wird, oder herausragende Solostimmenregister wie Trompete oder Posaune, Mixturen

 

    • Wählen Sie Ihren Namen nach der Buchstabentafel vom berühmten Organisten und Komponisten Olivier Messiaen

 

    • Wählen Sie ein ganzes Register von tief bis hoch – Sie werden es immer wieder hören. Register sind einfacher zu identifizieren als einzelne Töne

 

    • Wählen Sie einen oder mehrere Töne aus einem Register Ihres Lieblingsinstrumentes, z.B. Flöte, Trompete, Posaune, Oboe: Eine entsprechende Registerwahl bei Flöte wäre Rohrflöte 8′, Spitzflöte 4′ oder Traversflöte 4′

 

    • Wählen Sie die Töne Ihres Lieblingsakkords, z.B. Septakkord: es“, g“, b“ , des“‘ (=cis“‘)

 

    • Wählen Sie eine ganze Tonleiter. Gibt es in jedem Register vier mal. Vielleicht nicht nur C-Dur, sondern auch mit vielen Kreuzen und schwarzen Tasten (z.B. Tonleiter Fis-Dur). Oder gleich alle 12 Halbtöne einer Oktave.

 

 

 

Immer noch unschlüssig? Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne oder übernehmen die Auswahl von ein oder mehreren Pfeifen für Sie!