Orgelbauer Grenzing stellt sich vor

Am 19. September 2012 war es soweit. Der Kirchengemeinderat und der Verein „Eine Orgel für Großhansdorf e.V.“ hatten gemeinsam in die Auferstehungskirche eingeladen. Rund hundert Interessierte waren gekommen, um sich das Projekt und das Konzept der neuen Orgel erläutern zu lassen. Der Orgelbauer Gerhard Grenzing war mit seinem Sohn Daniel aus Barcelona gekommen, um sich persönlich vorzustellen und Erläuterungen zu geben. 

Pastor Dr. Christoph Schroeder und Dr. Kai Greve begrüßten die Anwesenden und die Orgelbauer. Kantor Clemens Rasch erläuterte die Notwendigkeit des Neubaus. Er skizzierte Aspekte der Entwicklung des Orgelbaus nach dem 2. Weltkrieg, und erzählte auch von den leidlichen und kostspieligen Erfahrungen, die andere Gemeinden gemacht hatten, die ähnliche Probleme mit ihrer damals gebauten Orgel hatten. „Wir sind froh, dass wir auf diese Erfahrungen zurückgreifen können. So können wir den Fehler vermeiden, Geld für Reparaturen auszugeben, die – wir man heute weiß – letztlich nur einen kurzzeitigen Aufschub eines Neubaus bedeutet hätten.“   Schon bei der zu Beginn von Clemens Rasch gespielten Orgelmusik war für viele Interessierte hörbar, dass sich die Situation ändern muß.

Herr Grenzing stellte sich und sein Orgelbaufirma vor. Er illustrierte seinen Werdegang und seine vielfältigen Erfahrungen, die ihn geprägt haben. Er zeigte Bilder seiner Orgelbauten in ganz Europa. Zu jeder fielen ihm Anekdoten und Aspekte ein, die ihm in besonderer Erinnerung waren. Der Eindruck, dass hier ein sehr erfahrener Kunsthandwerker spricht, der jedes Projekt mit vollem Einsatz angeht und dem das Streben nach höchster Qualität eine Herzensangelegenheit ist, ließ sich nicht vermeiden.

Clemens Rasch und Herr Grenzing erläuterten das Konzept der Orgel, mit den drei Manualen und dem neuen zusätzlichen Schwellwerk hinter der Orgel. „Die Orgel ist so konzipiert, dass die größtmögliche Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten vorhanden ist.“ So läßt das Schwellwerk hinter dem Hauptwerk eine Verschmelzung und Kopplung der Klangfarben im Zusammenspiel ebenso zu wie eine klare Trennung von Stimmen, z.B. bei einem Trio. (Als „Trio“ bezeichnet man Stücke mit drei eigenständigen unterschiedliche Stimmen – z.B. jede auf einem anderen Manual gespielt mit anderen Klangfarben). Die Variationsmöglichkeiten werden sowohl für Konzerte als auch für den Gottesdienst sehr viel erweitert werden.  

Daniel Grenzing, der in der Orgelbauwerkstatt seines Vaters als Intonateur tätig ist,  erläuterte die Geheimnisse der Abstimmung des Klangs einer Orgel auf den Raum, der Pfeifen gegenseitig und der einzelnen Register auf jeweils die anderen.

In einer offenen Fragerunde mit dem Publikum wurden noch weitere, sehr unterschiedliche Aspekte des Orgelbaus angesprochen – von unterschiedlichen Holzarten, die benutzt werden, ob Computer bei der Intonation zu Hilfe genommen werden, bis hin dazu, wie die Einflüsse des Kirchenklimas beim Orgelbau berücksichtigt werden.  

Nach der Vorstellung des von Herrn Jung hergestellten Spendenbarometers (Siehe separater Artikel) wurde noch in lockerer Runde bei Getränken und angeregtem Gespräch gefachsimpelt und über das Projekt gesprochen. Unter den Interessierten war sogar ein ehemaliger Kollege, den Herrn Grenzing noch aus seiner Zeit beim Hamburger Orgelbaumeister von Beckerath kannte. „Die Attraktivität für Musiker, hier in der Auferstehungskirche auf oder zusammen mit der Orgel Konzerte zu spielen, wird massiv steigen.“ konnte bei einem der Gespräche aufgeschnappt werden. Ein gelungener Abend, so das Fazit der Organisatoren.

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