Grußwort Bischöfin Kirsten Fehrs

Liebe Gemeinde,

zu Ihrem Projekt „Eine Orgel für Großhansdorf“, das sich zum Ziel gesetzt hat, Ihre Auferstehungskirche mit einer neuen Orgel auszustatten, gratuliere ich Ihnen von ganzem Herzen und wünsche Ihnen für dieses große Unternehmen alles erdenklich Gute und Gottes Segen!

Durch die klangvolle Bandbreite ihrer musikalischen Ausdrucksformen ist die Orgel in der Lage, sich vom Organon zum Organ zu steigern, zur Stimme, zum Sinnesorgan mit Empfänglichkeit und Empfindungsfähigkeit. In ihren Organen, wie Zungen, Lippen und Lungen eifert sie dem menschlichen Vorbild nach und übertrifft es in der Fähigkeit, menschlichen Empfindungen zum Ausdruck zu verhelfen. Jeder Stimmung lieht sie ihre Stimme – jede Schwingung wird in ihr zum Klang: Feierliche Klarheit und übermütige Ausgelassenheit, Trauer und Klage, überschwänglicher Jubel und unbändige Glückseligkeit, Friedenssehnsucht und Gotteslob, kunstvoll gestaltetes Denken und visionäres Ahnen.

Die neue Großhansdorfer Orgel wird die erste Grenzing-Orgel im norddeutschen Raum sein mit ihrem Programm, das geradezu als Aufhebung der Gegensätze gelten kann: die Wahrung alter Traditionen soll mit der Suche nach neuen Wegen verbunden werden, kunstvolles Handwerk mit höchster Technologie, Musik und Architektur sollen zu einem großartigen Ganzen verschmelzen.

Diese Pläne geben Anlass zur berechtigten Hoffnung, dass diese neue Gr0ßhansdorfer Orgel ein großartiges Instrument wird, um dem Lobe Gottes vielstimmigen und wohltönenden Ausdruck zu verleihen – wie es Johann Gottfried Herder unvergleichlich formulierte: „Orgeln sind Tempel, von Gottes Hauch beseelt, Nachklänge des Schöpfungsliedes“. Ich danke schon jetzt allen sehr herzlich, die mit dazu beitragen, dass dieser eindrucksvolle zeitgenössische Orgelbau möglich wird!

Kirsten Fehrs
Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck
19. September 2012

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