“Für mich ist die Nähe zum Glauben durch die Musik erfahrbar.”

Oder: Es gibt viele Gründe für eine Pfeifenpatenschaft oder eine Geldspende für die neue Orgel

Kerstin Maywald sprach mit einigen Spendern und ging der Frage nach, was denn für die Spender die Gründe für ebendiese Spenden waren. Und sie fand sehr unterschiedliche und sehr persönliche Geschichten. Einige Beispiele:

Das Ehepaar Lienau entschied sich für die Patenschaft für je 9 Spitz- und Rohrflöten des Hauptwerkes der Orgel. Dabei suchten sie ganz bewusst die Anfangstöne des Liedes: “Willst Du Dein Herz mir schenken, so fang es heimlich an.”, welches aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach stammt und von Johann Sebastian Bach vertont wurde. Dieses Lied begleitet das Ehepaar Lienau von Anbeginn ihrer 60-jährigen Partnerschaft an und so kam den beiden die Idee, die große Bedeutung dieses Liedes durch eine Pfeifenpatenschaft noch zu bekräftigen. Als Freunde der Kirchenmusik verfolgen die Lienaus bereits seit mehreren Jahren die Diskussion um die defekte Orgel. Seitdem sie vor etwa drei Jahren an einer Orgelführung unter der Leitung von Clemens Rasch teilnahmen und die Mängel der Orgel mit eigenen Augen sehen und hören konnten, verfolgen sie mit großem Interesse das Voranschreiten des Orgelprojektes. „ Wir wollten jetzt mal ein wenig Dampf machen, damit wir die Fertigstellung der Orgel noch erleben“, begründet Herr Lienau seine Spendenaktivitäten. Daher erbat das Ehepaar anlässlich ihrer 80igsten Geburtstage von ihren Gästen anstelle von Geschenken eine Spende für die Orgelerneuerung. Den hohen Stellenwert, den die Kirchenmusik für das Paar hat, formuliert Herr Lienau abschließend mit den Worten: „Für mich ist die Nähe zum Glauben durch die Musik erfahrbar.“ Wer kann da nicht zustimmen?

Friedlinde Grell übernahm die Partnerschaft für die Prinzipalpfeifen der Töne G und Fis. G steht für Grell und Fis für Friedlinde und Ingo, ihren verstorbenen Mann. Noch zu Lebzeiten ihres Mannes unterstützte das Ehepaar mit einer großzügigen Spende das Orgelprojekt und steuerte damit einen beträchtlichen Anteil zu den Rücklagen, die die Gemeinde für die Erneuerung des Instrumentes bildete, bei. Der Wunsch, die neue Orgel zu erleben, ging für Herrn Grell leider nicht in Erfüllung, aber die Patenschaft, die Friedlinde Grell übernommen hat, knüpft an das gemeinsame Bestreben, die Kirchenmusik in der Schmalenbecker Auferstehungskirche zu fördern, an. „Vielleicht wäre es auch eine gute Idee, meinen Patenkindern eine Patenschaft zu schenken“, geht es Frau Grell am Ende unseres Gespräches durch den Kopf, und ich denke an die anstehende Konfirmation meines Sohnes: Eine Pfeifenpatenschaft zur Erinnerung an die erlebte Zeit mit und in der Schmalenbecker Auferstehungskirche und als Anlass, diese möglichst oft zu besuchen und den Orgelklängen zu lauschen.

Tatjana Becker erschien eines Tages im Kirchenbüro und legte eine große Geldspende bar auf den Tisch. Mit dieser Tat löste sie nicht nur bei den Mitgliedern des Orgelvereins Erstaunen und Freude aus. Für Frau Becker jedoch war ihr Handeln eine schlüssige Folge der vielen Jahre, in denen sie jeden Sonntag in die Kirche ging. Sie und ihr Mann, der vor vielen Jahren verstarb, haben die Orgel seit ihrem Einbau miterlebt und gehört. So sind Frau Becker sehr wohl die Veränderungen und Mängel an dem Instrument aufgefallen. Mit ihrer Spende möchte sie dazu beitragen, dass die Orgel möglichst bald wieder in ihrer ganzen Pracht bzw. in erweiterter Klangfülle zu hören und zu sehen ist.

Diese drei aktuellen Beispiele zeigen, wie Menschen aus ganz unterschiedlichen persönlichen Motivationen sich für die neue Orgel einsetzen und für den Neubau spenden. Und wie sich daraus dann auch die unterschiedlichsten passenden Pfeifenpatenschaften gestalten lassen. (Hier lesen Sie mehr zu den Patenschaften)