Persönlicher Eindruck vor Ort in Barcelona: Qualität pur

Kantor Clemens Rasch und Orgelsachverständiger KMD Hans-Martin Petersen besuchten vom 4.-6. Mai den Orgelbauer Gerhard Grenzing in Barcelona und machten sich vor Ort ein Bild vom Orgelbau, stellten viele Fragen, klärten offene Punkte und absolvierten eine Art  „Qualitätscheck“-Programm. Schließlich ist es wie beim Hausbau – wenn die Orgel erst fertig ist, sind viele bauliche Feinheiten nicht mehr zu sehen. Eine Überprüfung der Qualität der Bauleistungen kann dann in solchen Bereichen nur während des Orgelbaus selbst erfolgen.

Das Ergebnis vorweg: Die von Herrn Grenzing versprochene, in der Orgelbauszene berühmte, und seitens des Orgelbauprojekts erwartete, qualitativ hochwertige Ausführung hat sich bisher vollständig bestätigt.

Hier ein paar Eindrücke und Fotos vom Besuch:

P1130660compressed Ein Blick auf den fast fertigen Spieltisch der Orgel. Der Notenständer fehlt noch. Aber die Registerzüge rechts und links des Spieltischs sind eingebaut.

 

 

 

 

 

P1130662compressed P1130661compressed Links die Züge für das Pedal und das Hauptwerk (mittlere Tastatur), rechts die Züge für das Schwellwerk und das Solowerk (das Pfeifenwerk in der Brüstung der Empore)

 

 

 

 

 

P1130668compressed P1130667compressed Unter den Registerzügen sind kleine Schubladen – in der linken findet die Tastatur für die programmierbaren „Kombinationen“ ihren Platz, diese helfen dem Organisten, die Registerzusammenstellungen auch während des Spiels nach Belieben und in voreingestellter Weise zu modifizieren, ohne die Hilfe eines „Registranten“ nutzen zu müssen.

Die Schublade auf der rechten Seite – was da wohl hinein kommt? Ein Geheimfach des Organisten? Wer weiss das schon, ein wenig Überraschung muss noch bleiben….

 

 

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P1130714compressedHier an der Seite der Werkstatt sind die großen Pfeifen für das Pedal bereits aufgereiht und warten auf den Einbau.

 

 

 

 

 

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Auch weitere Holzpfeifen warten darauf, dass sie an die Reihe kommen – ein paar sind ja bereits im Schwellwerk installiert

 

 

 

 

 

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Ein Blick in das Schwellwerk – die größten Pfeifen gehen bis fast and die Decke. Die Orgel war bereits in Teilen spielfertig, und Herr Rasch und Herr Petersen konnten sich bereits über den schönen Klang der eingebauten Pfeifen im Schwellwerk freuen.

 

 

 

 

 

 

 

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Diese Bälge sorgen dafür, dass immer gleichbleibend Luftdruck zur Verfügung steht, egal wieviel Pfeifen gerade gespielt werden. Das Prinzip ist dasselbe wie bei einem schottischen Dudelsack. Das Gebläse bläst die Bälge auf, und die Gewichte auf den Bälgen sorgen dafür, dass der Druck gleichbleibt, egal wieviel Pfeifen gerade Luft brauchen. Das Gebläse ist stark genug, um alle Pfeifen zu versorgen, selbst wenn alle Register eingeschaltet sind und der Organist den Arm auf die Tastatur legt..

 

 

 

P1130720compressedDiese Pfeifen gehören ebenfalls zu unserer Orgel (Dulzian für das Solowerk). Sie stehen auf der „Intonierlade“. Auf diesem Werkstück in der Werkstatt werden die Pfeifen eines Registers auf die richtige Länge und Klang voreingestellt und modifiziert. Die Werkbank ist wie eine kleine Mini-Orgel mit einem Register. Unterhalb der Tastatur sieht man die Trakturen (das Gestänge), das zu der Unterseite der jeweiligen Pfeifentöne führt, und bei Tastendruck die Luft freigibt.

Dass die Pfeifen hier so schief und quer in der Lade stehen, das wird natürlich in der richtigen Orgel nicht so sein. Auf der Intonierlade werden ja Pfeifen unterschiedlichster Art und Größe intoniert, die Löcher in den Halterungen sind deshalb etwas großzügiger geschnitten und lassen eine Schiefstellung der Pfeifen zu. Hier kommt es schließlich auf den Ton der Pfeife an und nicht auf die Haltung.

 

P1130724compressed Clemens Rasch steht hier neben einem Teil des Pfeifenstocks für das Hauptwerk. Er ist fertig und wurde mit dem Kran auf die „Empore“ der Werkstatt gehoben, fertig zum Einbau. Man sieht die Löcher für die Pfeifen. Auf der linken Seite ist eine vierfach-Lochleiste (zweite Reihe von links). Dort kommen die Pfeifen für die Vierfach-Mixtur des Hauptwerks hinein. Bei jedem Ton erklingen dann vier Pfeifen gleichzeitig.

Vorne unterhalb der Lochleisten ragen die Registerleisten heraus (dunkel). Diese werden beim Zuschalten bzw. Abschalten eines Registers bewegt, und öffnen dann den Luftzugang für alle Pfeifen dieser Reihe.

 

 

 

 

Einen nächsten persönlichen Eindruck werden alle Teilnehmer der Barcelona-Fahrt vom 10.-12. Juli gewinnen können. (Siehe „Wer fährt mit nach Barcelona?“) Es sind noch einige Plätze frei!