Die Orgel nimmt Gestalt an

Frontansicht der Orgel - das Schwellwerk ist vollständig verborgen Orgelbauer Gerhard Grenzing ist bereits fleißig dabei, die Orgel zu konstruieren.

Nicht nur später im Klang wird die Orgel auf den Kirchenraum abgestimmt, sondern natürlich auch bei der Konstruktion. Im August 2013 war bereits ein Mitarbeiter von Grenzing da, um die Abmessungen der Empore und des bestehenden Orgelgehäuses, aufzunehmen. (Siehe Artikel „Orgel nach Maß“ hier).

Die Frontansicht wird sich kaum ändern. Das neue Schwellwerk ist komplett hinter der Orgel „versteckt“. Nur die großen Pedalpfeifen werden bei der neuen Orgel nicht aus Kupfer sein, sondern „silbern“ glänzen wie auch alle anderen Prospektpfeifen.

 

 

Orgel von obenTeilweise wird es recht eng – insbesondere im Solowerk, das in der Emporenbrüstung Platz finden muss. Und hier ist es nicht unbedingt nur der Platz für die Pfeifen, der gebraucht wird. Eng und diffizil ist mehr noch die „Traktur“ – das Gestänge, das von den vielen einzelnen Tasten zu den Pfeifenventilen führt. Die Windladen und die Pfeifenstöcke, die unter den Pfeifen sind. Und die Registerzüge, die die verschiedenen Pfeifenreihen aktivieren – je nach vom Organist gewünschter Klangfarbe. Die ganze Traktur soll ja immer leicht laufen, sich bei Feuchtigkeit und Kälte nicht verziehen, automatisch bei Temperaturänderung die Grundspannung per Ausgleichsmechanismus behalten, und eine Koppelung von Manualen und Pedalen (d.h. die Pfeifen des anderen Orgelwerks werden ohne separaten Tastendruck zusätzlich mitgespielt) soll der Organist ebenfalls nicht im Anschlag der Taste merken. Deshalb ist eine genaue Ausarbeitung unbedingt notwendig – eine improvisierte Anpassung direkt auf der Baustelle erst während des Baus ist nicht möglich.

 

Statik Grundgerüst sichtbar mit SchwellwerkInzwischen ist auch das Grundgerüst der Orgel -d.h. die tragenden (Holz)Säulen und der Grundriss der Orgel ausgearbeitet. Dies wird nun mit dem Architekt und Statiker der Kirchengemeinde abgestimmt – schließlich soll bei der Orgel nicht ausgerechnet dort das meiste Gewicht auf die Empore drücken, wo vielleicht aus der Konstruktion der Empore das eben nicht sein sollte. Die alte Orgel war ja in Leichtbauweise gebaut – die neue Orgel wird sowohl größer (nach hinten in den Raum hinein) als auch etwas schwerer als die alte.

 

 

 

 

 

04_4-webHier und unten ein paar Auszüge aus aktuellen Zeichnungen und Entwürfen- „normale“ Pläne, wie auch Ausführungen in dreidimensionaler Darstellung aus dem Computer.

 

 

 

 

 

03_3-webAuf den Computergrafiken sieht man die gesamte Orgel aus verschiedenen Perspektiven: Gut erkennt man das hinter der von vorne sichtbaren Orgel noch gebaute Schwellwerk – die Pfeifen in einem Gehäuse, deren Öffnungen über vertikale Lamellen vom Organisten geöffnet und geschlossen werden können. Damit ist die Lautstärke variierbar.

 

 

 

 

 

 

06_6-webDer Spieltisch ist noch nicht im Detail in 3D-Grafik vorhanden – die Grafiken sind aktuelle Auszüge aus den in Arbeit befindlichen Planungen, und der Spieltisch wurde noch nicht bis ins letzte  Detail durchgeplant und ins Grafikprogramm eingepflegt.

 

 

 

 

07_7-webHinter der Orgel, noch hinter dem Schwellwerk, ist das Gebläse separat untergebracht. Die Luftkanäle zu den einzelnen Windladen (auf denen die Pfeifen stehen) und Werken sieht man auf den Zeichnungen besser.

 

 

 

 

 

03_Plan-Schema-Trakturen-HW-und-SW_web2-cleaned-copyright GrenzingAuf dieser Zeichnung ist zu sehen, wie das Schwellwerk direkt hinter dem Hauptwerk steht. Die diffizile Mechanik zwischen Spieltisch und Pfeifen (für Hauptwerk und Schwellwerk) ist nur ansatzweise in diesem Entwurf enthalten und zu erahnen. In der Seitenansicht wird auch nicht sichtbar, dass diese Mechanik natürlich für jede Taste nebeneinander und für drei Manuale übereinander wiederholt wird. Ebenso ist das Gestänge und die Ventile noch nicht für jedes Register in dieser Zeichnung eingefügt – sonst sähe man vor lauter Strichen nichts mehr auf der Zeichnung.

 

 

 

 

 

01_Mechanik-hinter-Spieltisch-Auszug-mit-Notizen-jpg-web-cleaned-copyright GrenzingHier nochmals ein Auszug vergrößert. Details der Ventile und Aufhängungen sind hier ebenfalls der Übersichtlichkeit wegen ausgelassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

04_Schwellwerk-Pfeifenladen-Ausschnitt-mit-Notiz-web-cleaned-copyright GrenzingHier ein Auszug aus einem Planentwurf, in der eine Anordnung der Pfeifen im Schwellwerk – besser der „Pfeifenlöcher“ – zu sehen ist. Die Register laufen quer zum Kirchenraum – in der Mitte werden die Mechanik sowie die (auch elektrisch schaltbaren) Stellhebel zum Ein- und Ausschalten der Register angebracht. Die Pfeifen, die – bei eingeschaltetem Register – beim Drücken einer bestimmten Taste erklingen, stehen (zumeist ) fast in einer Reihe hintereinander. Auch sind die „Vierfach-“ oder „Dreifach-„Register zu sehen, bei denen für jeden Ton in jedem Fall drei oder vier Pfeifen gleichzeitig ertönen.

 

Die Bilder und Auszüge aus den Entwürfen sollen nur einen ersten „sichtbaren“ Eindruck geben: der Orgelbau ist in vollem Gang. In der Werkstatt sind viele Gewerke am Konstruieren und Bauen (siehe auch Bilder aus der Grenzing-Werkstatt – hier klicken). Was ebenfalls „unsichtbar“ für die Allgemeinheit ist: Abstimmungen zwischen Herrn Grenzing und Kantor Rasch sowie dem Orgelbausachverständigen Herrn Petersen über musikalische und orgeltechnische Einzelheiten laufen permanent. Ebenso Abstimmungen zwischen Grenzing, seiner Architektin, und dem Bauausschuss sowie den Architekten und Statikern der Kirchengemeinde.

Die neue Orgel erstmals in ihrer ganzen Größe sehen können Interessierte beim Werkstattkonzert am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2015 – Wir laden zu einer Fahrt nach Barcelona ein (Bitte hier klicken). Auch dafür sind die Planungen in vollem Gange.

 

PS: Herzlichen Dank gilt Herrn Grenzing und seiner Orgelbau-Architektin Francesca Molina, die uns die Grafiken und Zeichnungen zur Verfügung gestellt haben (und auch die Bildrechte halten. Die Bilder und Zeichnungen sind vorläufige, permanenten Änderungen unterliegende Zwischenentwürfe. Sie sind nicht für andere Weiterverwendung gedacht oder authorisiert).